Verpflichtende Teile und mögliche Ausschlüsse

In der Theorie sind alle Anforderungen der ISO 9001 verpflichtend. Aber die Norm ist intelligent genug zu wissen, dass nicht jedes Unternehmen alles macht. Deshalb gibt es die Möglichkeit von "Ausschlüssen".

Kann ich die Norm kürzen? Grundsätzlich gilt: Anforderungen, die für das Unternehmen nicht zutreffen, müssen nicht erfüllt werden. Am häufigsten betrifft das den Bereich 8.3 (Design und Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen). Wenn Sie beispielsweise eine reine Montagefirma sind und Ihre Kunden Ihnen haargenaue Zeichnungen liefern, nach denen Sie nur bauen (ohne eigene Konstruktion), dann können Sie die Entwicklung ausschließen.

Bedingungen für Ausschlüsse:

  1. Der Ausschluss darf nur Anforderungen in Kapitel 8 betreffen.
  2. Die Fähigkeit des Unternehmens, konforme Produkte zu liefern, darf nicht beeinträchtigt werden.
  3. Der Ausschluss muss im dokumentierten Anwendungsbereich erwähnt und sachlich begründet werden.

Alle anderen Kapitel (Kontext, Führung, Ressourcen, Verbesserung etc.) sind für jede Organisation zwingend. Man kann also nicht sagen: "Wir verzichten auf interne Audits (9.2), weil wir dazu keine Zeit haben". Das würde das System zerstören. Die ISO 9001 ist ein Gesamtpaket – die Flexibilität liegt nicht im Weglassen von Management-Pflichten, sondern in der Art und Weise, wie man diese Pflichten im eigenen Unternehmen erfüllt.