Die Rolle der obersten Leitung
Früher gab es den „Qualitätsmanagementbeauftragten (QMB)“, auf den die Geschäftsführung oft alle Verantwortung für das System abwälzte. Die aktuelle ISO 9001 hat diese exklusive Rolle abgeschafft (auch wenn man sie freiwillig beibehalten darf), um die Leitung direkt in die Pflicht zu nehmen.
Konkrete Verantwortlichkeiten der Führung:
- Rechenschaftspflicht: Die Leitung ist letztverantwortlich für die Wirksamkeit des QMS. Sie kann die Durchführung von Aufgaben delegieren, aber nicht die Verantwortung für das Ergebnis.
- Integration: Das QMS darf kein Fremdkörper sein. Es muss tief in die täglichen Geschäftsprozesse (Vertrieb, Einkauf, Produktion) integriert werden. Qualitätsmanager sollten direkt an die Geschäftsführung berichten.
- Ressourcenmanagement: Nur die Leitung kann sicherstellen, dass genügend Personal, Gelder und Zeit für das Qualitätsmanagementsystem zur Verfügung stehen.
- Förderung der Verbesserung: Die Leitung muss eine Umgebung schaffen, in der Mitarbeiter ermutigt werden, Schwachstellen zu melden und Verbesserungen vorzuschlagen.
Ein Auditor wird heutzutage intensiv mit der Geschäftsführung sprechen. Wenn die Leitung die eigene Qualitätspolitik nicht kennt oder die aktuellen Qualitätsziele nicht benennen kann, gilt das System oft als gescheitert. Führung ist das Fundament der Glaubwürdigkeit.