Bewertung und Priorisierung von Risiken
Man kann nicht gegen jedes Risiko gleichermaßen kämpfen – das würde die Ressourcen jedes Unternehmens sprengen. Daher ist eine kluge Bewertung und Priorisierung überlebenswichtig. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit auf die „Big Fish“ zu lenken.
Beispielhafte Risikoklassifizierung:
| Risiko | Eintritts-Wahrscheinlichkeit | Tragweite / Schwere | Priorität | Geplante Maßnahme |
|---|---|---|---|---|
| Ausfall eines Schlüssel-Lieferanten | Gering | Katastrophal | Hoch | Aufbau eines Zweitlieferanten (Multi-Sourcing). |
| Software-Bug im Kundenportal | Mittel | Mittel | Mittel | Intensivierte Testphase vor jedem Release. |
| Defekt einer Kaffeemaschine | Hoch | Gering | Niedrig | Schnelle Reparatur durch Haustechnik akzeptiert. |
| Verlust von Zertifizierungs-Know-how | Mittel | Hoch | Hoch | Dokumentation in einem zentralen Wissens-Wiki. |
Die Bewertung sollte nach objektiven Kriterien erfolgen (z.B. finanzieller Schaden, Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit, Imageverlust). Für Risiken mit hoher Priorität müssen verbindliche Pläne zur Risikominderung existieren. Aber auch die bewusste Entscheidung, ein Risiko zu akzeptieren („Acceptance“), ist eine valide Managemententscheidung – sofern sie dokumentiert und begründet ist. Dies gibt der Leitung die Kontrolle zurück und verhindert Aktionismus.